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Forschung usw.


Eine unabhängige Forschung muss gewährleistet sein, dies scheint heute offenbar nicht mehr selbstverständlich zu sein. Betrachten wir beispielsweise den nachstehenden Beitrag "Genuss ohne Reue", welcher dankenswerter Weise durch das "Institut für Mundgesundheit und Ernährung" in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Wie bereits beschrieben, handelt es sich hierbei um ein pseudowissenschaftliches Organ der Zuckerindustrie, namentlich sind hier die deutschen Firmen Südzucker und Nordzucker, als Initiatoren und Mitbegründer, zu nennen. Offenbar ist sich diese zwielichtige Institut nicht zu Schade einen derartigen Unsinn zu veröffentlichen, doch nachdem der "Wissenschaftliche Dienst" des IME bereits veröffentlichte, dass Zucker nicht dick machen würde, zeigen diese Herrschaften nun, dass man Zucker in rauen Mengen konsumieren kann. Und das Besten daran: Zucker macht weder dick, noch soll es einen Zusammenhang zwischen dem Zuckerkonsum und Karies geben - selten so einen schwachsinnigen Unsinn gelesen ... Zucker ist mit Abstand der größte Förderer von Karies.

Genuss ohne Reue
Englische Forscher: Kein Zusammenhang zwischen Karies und der konsumierten Zuckermenge


(IME/Frankfurt/M.) Eine wichtige Nachricht für die Zahngesundheit kommt aus Großbritannien: Zwischen der verzehrten Zuckermenge und dem Auftreten von Karies besteht kein Zusammenhang. Das ist die zentrale Aussage eines aktuellen Übersichtsbeitrages in der internationalen Fachzeitschrift Obesity Reviews, in dem Forscher der Universität Leeds die gesamte englischsprachige Fachliteratur der letzten 150 Jahre auswerteten. Das Ergebnis: Kariesprophylaxe und süßer Genuss sind kein Widerspruch.

Die Kariesentstehung wird durch viele Faktoren beeinflusst. Präventive Maßnahmen wie regelmäßige Zahnpflege, die Verwendung von Fluoriden und der regelmäßige Gang zum Zahnarzt spielen die entscheidende Rolle bei der Vorbeugung gegen Karies. Wie die Literaturauswertung weiter zeigt, hat insbesondere Einfluss auf die Entwicklung von Karies, wie häufig so genannte fermentierbare Kohlenhydrate gegessen werden. Dies sind nicht nur zuckerhaltige Produkte wie Süßwaren oder Obst, sondern auch stärkehaltige Produkte wie Brot oder Nudeln.


Zahnputz-bedingte Abrasion erodierter Zahnsubstrate durch bleichende Zahncremes

Bleichende Zahncremes können durch Abrasion extrinsische Zahnverfärbungen entfernen. Dies lässt vermuten, dass solche Zahncremes über ein hohes abrasives Potenzial verfügen. In dieser Studie wurden die Effekte bleichender Zahncremes auf die Entwicklung von erosiv-abrasiven Läsionen geprüft. In Phase 1 der Studie wurde die radioaktive Dentin-Abrasivität (RDA) von insgesamt 15 kommerziellen Zahncremes von drei unterschiedlichen Herstellern untersucht. Dann wählte man basierend auf den entsprechenden RDA-Werten sechs dieser Zahncremes aus. Dabei stammten jeweils zwei von einem Hersteller und jeweils eine der beiden Zahncremes hatte bleichende Eigenschaften. In Phase 2 testeten die Autoren die Erosion-Abrasion der selektierten Zahncremes in einem In vitro-Modell.

Für die Experimente wurden 56 Proben angefertigt, die jeweils ein Plättchen (4x4 mm) humanen Zahnschmelz und ein Plättchen Wurzeldentin enthielten. Die Probenoberflächen wurden zunächst geglättet und poliert. Dann klebte man die Probenoberflächen so ab, dass jeweils ein kleines Feld von 1x4 mm offen blieb. Dieses Feld war dem anschließenden erosiven-abrasiven experimentellen Prozedere ausgesetzt.

Im Anschluss wurden die Proben zwei Minuten lang mit einer 1% Zitronensäurelösung (pH 3.75) demineralisiert und dann für die Dauer von 60 min in einer Remineralisierungslösung inkubiert. Danach folgte das Bürsten der vorbehandelten Flächen mit einer automatischen Zahnputzmaschine (ca. 200 g Last). Die Zahnschmelzproben wurden mit 500 Bürstenschlägen und die Dentinproben mit 150 Schlägen gebürstet. Dieser Zyklus wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen 3x/Tag wiederholt. Über Nacht lagerte man die Proben in artifiziellem Speichel. Den Substanzverlust an den Oberflächen bestimmte man nach dem dritten Tag unter Verwendung der optischen Profilometrie.

In Phase 1 zeigten die bleichenden Zahncremes aller Hersteller im Vergleich zu den nicht-bleichenden Pendants höhere RDA-Werte (p<0.05). Entsprechend erzeugten die bleichenden Zahncremes auch in Phase 2 einen vergleichbaren oder höheren Substanzverlust als die herkömmlichen Zahncremes (p<0.05). Dies galt für die Zahnschmelz- ebenso wie für die Dentinproben. Allerdings hatten die RDA-Werte nur eine begrenzte Aussagekraft, was das Ausmaß des zu erwartenden Substanzverlustes des erodierten Materials durch die Bürsten- bedingte Abrasion anging. Trotzdem kann abschließend festgestellt werden, dass bleichende Zahncremes mit höheren abrasiven Werten (RDA), in den meisten Fällen einen erhöhten Oberflächenverlust von erodiertem Zahnschmelz und Dentin erzeugten.

Effekte von Verdauungsenzymen auf die Zahnputzbedingte Abrasion erodierten Dentins in vitro

Da die erodierte organische Dentinmatrix außerordentlich resistent gegenüber mechanischen Einflüssen ist, hat eine durch Zähneputzen bedingte Abrasion nur einen geringen Einfluss auf den Gewebeverlust. Allerdings wird diese Matrix durch das Einwirken von Verdauungsenzymen (z.B. Pepsin und Trypsin) partiell abgebaut, wodurch auch die Stabilität gegenüber mechanischen Einflüssen beeinträchtigt werden könnte. In dieser Studie sollte daher der Einfluss einer Behandlung mit Pepsin und Trypsin auf den erosiv/abrasiven Gewebeverlust untersucht werden.

Zunächst wurden Dentinproben (20/Gruppe) über einen Zeitraum von 9 Tagen zyklisch de- (6x2 min/Tag) und remineralisiert. Kontrollproben (Gruppe 1) wurden mit HCl (pH 1.6) demineralisiert. Alle anderen Proben demineralisierte man mit einer HCl-Pepsin-Lösung (pH 1.6, 1.5 mg/ml Pepsin) und behandelte sie direkt anschließend mit einer Trypsinlösung (6x10 min/Tag, 2000 BAEE Units/ml Remineralisierungslösung). Proben der Gruppe 2 wurden nur erodiert und mit den Enzymlösungen behandelt. Proben der Gruppen 3-5 wurden zusätzlich mit einer elektrischen Zahnbürste geputzt (2x15 s/Tag). Das Putzen der Proben erfolgte nach der ersten und letzten Trypsinbehandlung (Bürstenkraft: 2, 3 bzw. 4 N). Nach dieser Experimentalphase bestimmte man den Substanzverlust profilometrisch nachdem die organische Matrix mit einer Kollagenasebehandlung (100 U/ml Remineralisierungslösung, 96 Std. Inkubation) entfernt worden war.

Die Gewebeverluste (μm, Mittelwert ± SD) der Gruppen 1-5 sind im Folgenden aufgeführt: 112 ± 12; 136 ± 11, 165 ± 31, 168 ± 16 bzw. 175 ± 17. Der Substanzverlust stieg somit signifikant durch die Enzymbehandlung und das Bürsten an (p<0.001). Dabei hatte die verwendete Bürstenkraft keinen signifikanten Einfluss.

Aus den vorliegenden Befunden kann geschlossen werden, dass die Enzymbehandlung vermutlich die Matrixstabilität des erodierten Dentins beeinträchtigt. Dadurch wird möglicherweise der erhöhte Substanzverlust verursacht. Dies könnte nach Ansicht der Autoren bei Patienten mit einer Bulimia nervosa eine Rolle spielen, bei der Verdauungsenzyme regelmäßig den Mundraum erreichen und das erodierte Dentin angreifen könnten.











  Alles was man wissen muss - by Theo Saxer